Girocard, Debitkarte, Kreditkarte: Was Händler über die Kartenarten wissen sollten

  • 01. Oktober 2026
  • Lesezeit: 4 Min.
kartenzahlung

„Zahlen Sie mit EC-Karte?" Der Satz hält sich hartnäckig, obwohl es die EC-Karte seit über fünfzehn Jahren nicht mehr gibt.

Die Karten selbst haben sich verändert. Was Ihre Kundschaft heute im Geldbeutel hat, ist nicht mehr dasselbe wie vor drei Jahren und das wirkt sich aus: darauf, welche Karten Sie annehmen können, und darauf, was sie kosten.

Die Karten, die heute vorkommen

Die girocard

Das Debitsystem der deutschen Banken und Sparkassen, umgangssprachlich immer noch EC-Karte genannt. Der Betrag wird direkt vom Girokonto abgebucht. Sie ist mit weitem Abstand die meistgenutzte Zahlkarte in Deutschland und funktioniert im Inland an praktisch jedem Terminal. Im Ausland dagegen nicht ohne Weiteres.

Debitkarten von Visa und Mastercard

Visa Debit und Debit Mastercard funktionieren für die Kundschaft ähnlich wie die girocard: Der Betrag geht direkt vom Konto ab. Technisch laufen sie aber über die internationalen Netze von Visa und Mastercard – und damit über einen anderen Weg als die girocard. Zusätzlich werden Visa Debit und Debit Mastercard im Onlinehandel deutlich breiter akzeptiert als die girocard.

Kreditkarten

Hier wird nicht sofort abgebucht. Die Umsätze werden gesammelt und später abgerechnet, meist monatlich. Für den Betrieb ist der Ablauf am Terminal derselbe.

Karten mit zwei Verfahren

Viele Karten tragen zwei Logos und können beides: girocard im Inland, Visa Debit oder Debit Mastercard im Ausland und online. Welches Verfahren zum Einsatz kommt, entscheidet sich beim Bezahlen und oft ohne dass der Gast oder die Bedienung es merken.

Was sich seit 2023 verändert hat

Bis dahin war die Sache übersichtlich: girocard fürs Inland, dazu meist Maestro von Mastercard oder V Pay von Visa als Zweitverfahren fürs Ausland.

Seit dem 1. Juli 2023 werden keine neuen Karten mit Maestro-Funktion mehr ausgegeben. Bereits ausgegebene Karten gelten bis zu ihrem Ablaufdatum weiter – die letzten laufen Ende 2027 aus. An die Stelle von Maestro treten Visa Debit und Debit Mastercard.

Parallel dazu läuft eine zweite Entwicklung, die für Händler wichtiger ist: Immer mehr Banken, vor allem Direktbanken, geben nur noch eine Visa- oder Mastercard-Debitkarte aus. Eine girocard gibt es dort entweder gar nicht mehr oder nur gegen Aufpreis.

Das Ergebnis: In der Kartenlandschaft, die vor der Kasse steht, sind die internationalen Debitkarten deutlich häufiger geworden und werden weiter zunehmen.

Warum das für Händler mehr ist als ein Detail

Die Akzeptanzfrage

Ein Terminal, das nur girocard verarbeitet, kann eine reine Visa-Debit-Karte nicht annehmen. Für die Kundschaft sieht das nicht nach einer technischen Feinheit aus, sondern schlicht danach, dass die Karte nicht geht.

Wie verbreitet das ist, zeigen Schätzungen aus dem Handel selbst. Der Handelsverband Deutschland ging in einem Positionspapier von 2023 von einer sechsstelligen Zahl an Betrieben aus, die die internationalen Kartensysteme nicht akzeptieren. Mit jedem Kartentausch bei den Banken wird diese Lücke spürbarer.

Umgekehrt gilt: Wer alle gängigen Karten annimmt, muss an der Kasse nie darüber nachdenken. Die Karte wird gehalten, die Zahlung läuft, fertig.

Die Kostenfrage

Die Verfahren kosten den Betrieb unterschiedlich viel. Die girocard ist im Inland das günstigste, die internationalen Systeme liegen darüber – bei Debitkarten wie bei Kreditkarten.

Daraus folgt aber nicht, dass man die teureren Karten meiden sollte. Eine nicht angenommene Karte kostet den ganzen Umsatz, nicht nur die Gebühr. Wie die Kosten überhaupt zustande kommen, steht im Artikel EC Kartenlesegerät im Handel: Welche Kosten wirklich anfallen, und wie sie abgerechnet werden, im Artikel Brutto oder Netto: Wie Gebühren bei Kartenzahlung abgerechnet werden.

Was das Team davon merken sollte: nichts

Im Alltag ist die Kartenart keine Entscheidung der Bedienung. Das Terminal erkennt die Karte und wählt das passende Verfahren selbst. Wichtig ist nur, dass alle Verfahren freigeschaltet sind – dann bleibt der Vorgang für alle gleich.

Welche Karten sollten Sie akzeptieren?

Die girocard ist gesetzt. Sie deckt den größten Teil des deutschen Kartenumsatzes ab.

Visa und Mastercard, Debit wie Kredit, gehören heute in fast jedem Betrieb dazu. Nicht wegen Auslandsgästen, sondern wegen der eigenen Stammkundschaft, die zunehmend solche Karten hat.

Ob darüber hinaus American Express oder weitere Verfahren sinnvoll sind, hängt vom Publikum ab: In Hotellerie, gehobener Gastronomie und im touristischen Umfeld lohnt es sich häufiger als im Nachbarschaftsladen.

Mobile Zahlungen über Smartphone und Uhr sind übrigens keine eigene Kartenart. Dahinter liegt immer eine der genannten Karten. Die Zahlung läuft über dasselbe Verfahren. Wie das technisch funktioniert, erklärt der Artikel Kontaktlos bezahlen im Handel.

Kartenakzeptanz bei Vert

Die Terminals von Vert nehmen die gängigen Verfahren an: girocard, Visa und Mastercard in der Debit- wie in der Kreditvariante, dazu die mobilen Bezahldienste. Alles über einen Vertrag und eine Abrechnung, ohne dass für jede Kartenart etwas Eigenes eingerichtet werden müsste.

Für den Betrieb heißt das: Die Frage, welche Karte gerade über den Tresen kommt, stellt sich nicht mehr.

Welches Gerät zu welchem Betrieb passt, zeigt der Produktvergleich. Und ob es eine Pflicht gibt, Karten überhaupt zu akzeptieren, behandelt der Artikel Kartenzahlungspflicht in Deutschland.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen girocard und Debitkarte?
Die girocard ist die Debitkarte der deutschen Banken und läuft über ein deutsches Verfahren. Visa Debit und Debit Mastercard buchen ebenfalls direkt vom Konto ab, laufen aber über die internationalen Netze und sind zusätzlich online einsetzbar.

Gibt es die EC-Karte noch?
Nein. Der Begriff stammt aus dem Eurocheque-System, das 2007 abgelöst wurde. Gemeint ist heute die girocard.

Was ist mit Maestro passiert?
Seit dem 1. Juli 2023 werden keine neuen Karten mit Maestro-Funktion mehr ausgegeben. Bestehende Karten gelten bis zu ihrem Ablaufdatum; die letzten laufen Ende 2027 aus. Ersetzt wird Maestro durch Visa Debit und Debit Mastercard.

Muss ich als Händler Kreditkarten akzeptieren?
Eine Pflicht besteht nicht. In den meisten Betrieben ist es aber sinnvoll, weil ein Teil der Kundschaft keine andere Karte mehr hat.

Kostet mich jede Kartenart gleich viel?
Nein. Die girocard ist im Inland günstiger als die internationalen Verfahren. Eine nicht angenommene Karte kostet allerdings den gesamten Umsatz, nicht nur die Differenz.

Sind Apple Pay und Google Pay eigene Kartenarten?
Nein. Dahinter liegt immer eine hinterlegte Karte; die Zahlung läuft über dasselbe Verfahren wie mit der Karte selbst.

 


Stand: September 2026. Angaben zur Kartenausgabe und zu Co-Badge-Verfahren richten sich nach den Regelungen der jeweiligen Bank und können sich ändern.

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Nicht sicher, welche Karten Ihr Terminal heute annimmt? Wir schauen es uns gemeinsam an.